Der beste Venture Capital Fonds – vermutlich Lowercase Capital 1

Haben wir den #1 VC-Fonds gefunden?

Das von Google Alumi Chris Sacca gegründete Unternehmen Lowercase Capital hat sich mit sehr frühen Investments in Unternehmen wie Instagram, Twitter und Uber einen Namen gemacht.

Vielleicht noch bemerkenswerter ist die Tatsache, dass die aktuellen Exits nicht das Ende der Fahnenstange sind. Mit Unicorns wie Stripe und Automattic sind im Fonds 2 weitere vielversprechende Startups, die hohe Exit-Gewinne erzielen könnten.

Mit Lowercase Capital wurde eine VC Firma geboren, deren Investmenterfolg in den Jahren 2010 bis 2019 einen komentenhaften Aufstieg verzeichnete. Die Performance sucht seinesgleichen. Angesichts des Erfolgs von Lowercase haben wir die verfügbaren Daten analysiert, um für unsere eigene Fondselektion wichtige Erkenntnisse zu erhalten. Zuvor werfen wir jedoch einen Blick auf den Gründer, Christopher Sacca.

Wenn Sie 2010 in den Lowercase Fonds 200.000 EUR investiert hätten, wäre Ihr Investment heute mehr als 40.000.000 EUR (vierzig Millionen) wert.
Der Wertsteigerungsfaktor (TVPI) liegt bei mehr als 200x. Dies entspricht einer jährlichen Rendite von etwa 80% p.a.

Hintergründe zum Lowercase Gründer

Sein Vater war Anwalt, während seine Mutter Professorin am State University College in Buffalo war. Sacca ist irischer und italienischer Abstammung, seine Familie stammt aus Kalabrien, Italien. Seine Eltern setzten stark auf eine breite Allgemeinbildung. Er erinnert sich, dass er von der Schule genommen wurde, um Wissenschaftsmuseen und Buchlesungen zu besuchen.

Später studierte er an der Georgtown Universität in Washington. Einige Auslandssemester führten ihn nach Quito in Ecuador, Cork in Irland und Madrid in Spanien. Mehrere Studienrichtungen schloss er mit cum laude ab, darunter in Rechtwissenschaften und in Technologie. Obwohl er während des Studiums nebenbei mit Wertpapieren handelte (von  12.000 USD tradete er angeblich auf ca. 10 Millionen USD, indem er eine Lücke im Handelssystemen der Onlinebroker nutzte) zog es ihn zunächst zu einer M&A Firma im Silicon Valley, wo er das M&A-Geschäft mit Technologiefirmen erlernte. Danach wechselte er zu einem der damals größten Streaminganbieter Speedera Networks.

2003 heuerte er bei Google als Firmenanwalt an. Er wurde Chef der „Special initiatives“ bei Google und wurde vertraut vor allem mit den Entwicklungen im Bereich „wireless“. Nebenbei fing er an, direkt in Startups zu investieren. Er war einer der ersten Googleangestellten, der mit dem „Founder’s Award“ ausgezeichnet wurde. 2007 verließ er Google, um als Angel Investor tätig zu werden. Sein erster Exit war Photobucket an die News Corp. 2010 gründete er Lowercase Capital und startete den Lowercase Capital Venture Fund 1 mit einem Volumen von 8,5 Millionen USD.

Sacca zementierte seinen Ruf als verlässlicher Freund von Startups nach der Finanzkrise 2008. Mit einer Gruppe von Unternehmern und Investoren aus San Francisco wurden stundenlange Gespräche im „Truckee-Haus“ geführt. Der so genannte Jam Tub hatte seinen eigenen Check-in am Foursquare, und Travis Kalanick, Gründer von Uber, war sein inoffizieller Chef.

“Er wurde ein Investor, ein Berater, ein Freund”, sagt Evan Williams, Gründer von Twitter. “Aber das Hilfreichste war, dass er ein solcher Enthusiast ist. Er hat uns dazu gebracht, total an unser eigenes Produkt zu glauben”.

Investmentfokus von Lowercase

Lowercase ist ein Frühphasen-Investor, der sich auf die Seed-Phase konzentriert. 56% der Deals im Fonds 1 fanden in der Seed-/Engel-Runde statt. Seed und Serie A zusammen machen über 85% der Transaktionen von Lowercase aus, wobei die durchschnittliche Transaktion der Serie A etwa viermal so groß war.

Lowercase Fund 1 hatte bei den 21 Investments 10 Exits, davon 8 Akquisitionen und drei IPOs, die den Fonds mehrfach zurückzahlten. 3 Investments sind abgeschrieben, 7 Startups sind noch operativ tätig. Die bemerkenswertesten Exits im Fund 1 sind:

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    Twitter, das 2013 für eine Bewertung von 14,2 Milliarden Dollar an die Börse ging.

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    Instagram, die Plattform zum Austausch von Bildern, die von Facebook für 1 Milliarde Dollar erworben wurde. Gründer war der Ex-Google Mitarbeiter Kevin Systrom.

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    Heroku, eine Cloud-Anwendungsplattform, die von Salesforce für 212 Millionen US-Dollar erworben wurde.

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    Twilio (Investmentjahr 2009) ging 2016 mit einer Bewertung von 1,23 Milliarden Dollar an die Börse. Das Startup wurde 2008 gegründet, um vom Wachstum der mobilen Kommunikation zu profitieren und Unternehmen dabei zu unterstützen, Sprach- und Textnachrichten mittels Software zu generieren.

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    Uber, die Taxi-App (Investment im Oktober 2010), ging 2019 mit einer Bewertung von 82 Milliarden Dollar an die Börse. Lowercase hatte nach dem Börsengang noch einen Anteil von 2,5% an Uber.

Unser Fazit

 

#1

Ex-Kollegen, die hohe technische Kenntnisse haben und ein eigenes Projekt starten möchten, sind besonders motiviert (Bsp. Instagram – Kevin Systrom – Ex-Kollege bei Google). Daher hat Chris Sacca nur in Startups investiert, die bereits gut sind. Der Investmentansatz “… ich weiß, dass ich diesen Jungs helfen kann, ich weiß, dass ich diese Sache besser machen kann”, ist meistens zum Scheitern verurteilt. Daher hat er nur dort investiert, wo die Gründer bereits einen klaren und ausgereiften Plan hatten. Gleichzeitig ist Sacca mit jedem Investment auch die Verpflichtung eingegangen, den Gründern beratend zur Seite zu stehen.

#2

Lowercase Strategie war, den Startups Freiraum zur Entwicklung zu einem Unicorn zu geben. Zu frühes Verkaufen war ein Anfängerfehler, den Sacca aus seiner Sicht gemacht hat. Der Anstoß zum „Think Big“ kam durch einen befreundeten VC Investor zur richtigen Zeit.

#3

Lowercase war fast ausschließlich bei Seed Investments dabei. Da Sacca stets als Freund und Berater fungierte und sehr nah am Tagesgeschäft war, konnte er seine Qualitäten von Anfang an einbringen. Einige Folgeinvestments in Series A runden das Bild ab. Spätere Verwässerungen hat man in Kauf genommen. An späteren Investments (Series B und Series C) nahm Lowercase kaum teil. Eine bekannte Series B Partizipation ist Tala. Eine Series C Teilnahme ist bei Nurx Inc. bekannt.

#4

Sacca hat bei den Investmententscheidungen keine Kompromisse zugelassen. Dafür hat das Startup seine volle Integrität erhalten. Als Beispiele für Opportunitäten, die er ausgelassen hatte, nannte er Werbeunternehmen, die irreführende Werbung auf falsch geschriebenen Domains platzierten, Abonnementdienste, die absichtlich schwer zu kündigen waren, Produkte, die auf unbegründeten Behauptungen aufbauen, und soziale Netzwerke, die anonyme Inhalte nutzten. “Es schien eine gute Möglichkeit zu sein, Geld zu verdienen”, sagte Sacca, “aber ich muss meinen Kindern nicht erklären, dass ich auf diese Weise Geld verdient habe”.

Die Kombination von einer hohen Allgemeinbildung, technologischem Verstand, juristischen Kenntnissen und dem selbst vorangetriebenen Inkubator-Netzwerk sind die Gründe für den Erfolg. Da Sacca von Anfang an von Twitter überzeugt war, konnte er im Laufe der Zeit auch 4 seiner Investments direkt an Twitter verkaufen.

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